Visual Facilitation = Bilder im Kopf

Ich mag Visualisierungen. Weil Bilder mich zwingen, den Kern der Sache in den Fokus rücken. Wenn ich ein gedankliches Bild schaffen will muss ich sehr klar wissen: Worum geht's eigentlich? Von all dem, was mir durch den Kopf geht, was ich sagen will, worauf ich hinaus will - was ist die Kernbotschaft? Und was ist das passende Bild dazu?


Kurz: Bilder helfen mir, zu denken. Und das macht sie zu einem kraftvollen Werkzeug in Meetings, Trainings, Workshops, Coachings und Beratung.


Dabei muss man keine Künstlerin, kein Künstler sein, um mit Bildern zu arbeiten. Denn die eigentliche Arbeit mit der Bildgeschichte findet eben im Kopf statt. Was will ich eigentlich sagen? Dann kann ich (Danke, Google) ganz leicht nach dem passenden #Symbol oder #Icon suchen und abmalen. Muss auch kein Kunstwerk sein. Nicht zeichnen zu können erhöht sowieso meist den Fun-Faktor für alle Beteiligten 😉 Tatsächlich nimmt man damit auch die Angst davor, mitzumachen. Niemand muss hier zum Visual Artist werden. Denn: Die Wirkung kommt nicht aus der "Schönheit" des Bildes.


Bilder wirken noch ganz anders. Mit Visualisierungen kann ich

  • den Prozess begleiten. Aufzeigen was zuerst kommt, was nachher etc., und mich an diesen Leitplanken entlang hanteln.

  • klären, ob wir vom Gleichen reden. Am Papier wird schnell sichtbar, ob das auch so gemeint war, wie es jetzt hier aussieht.

  • Aufmerksamkeit lenken. Auf den Stift (zuerst), auf das Bild (danach) und (final) auf das Kernthema, die zentrale Frage, den nächsten Schritt.

  • Luft zum Nachdenken schaffen. Denn beim Aufzeichnen entsteht automatisch eine Pause.

  • Andere Gehirnregionen ansprechen. Weg von der Ratio zum Unterbewussten, Emotionalen, Kreativen, Out-of-the-box.

  • Abspeichern und verankern. Stichwort "mentale Anker". Bilder bleiben im Gedächtnis eben besser verhaftet als rationale Einsichten.

  • Leichtigkeit und Humor rein bringen. Haha, wie das aussieht! 😝

  • Orientieren. Strukturieren. Priorisieren. Ideen generieren. Sammeln am Papier, auf Notizzetteln, auf Karten, verschieben, clustern, reihen, hervorheben, zur Seite schieben... Affinity Mapping, eine meiner liebsten Methoden dazu!

  • Aktivieren. Den Stift in die Hand zu nehmen, das macht etwas mit einem. Und den Stift in die Hand gedrückt zu bekommt ist eine klare Aufforderung, aktiv zu werden. Auch das Aufstehen vom Arbeitsplatz und Hingehen zu Flipchart, Pinnwand, Screen etc. - das allein wirkt mobilisierend. Try it out. Und mach das ganz bewusst im Arbeitssetting.


Wie lernen?


Bikablo, das visuelle Wörterbuch, ist ein absolutes (nein, nicht Must-have, sondern) Liebhaberstück. Und es gibt zahlreiche Anleitungen und Workshops zum Thema Visualisieren. Macht Spaß und lohnt sich!


Doch mach keine Wissenschaft daraus. Meist wirst du nicht für dein Kunstwerk bezahlt. (Wenn das nämlich dein Kerngeschäft ist, wirst du kaum diesen Blog-Artikel lesen! 😄) Es geht darum, wie du ganz einfach und schnell die Wirkung maximieren kannst. Pareto-Prinzip. Nicht 2 Stunden an einem Flipchart malen, sondern einfach, schnell und wirkungsvoll Effekte erzielen.


1: Ein paar Worte


Was sind die paar wenigen Worte, die auf Papier / Screen müssen? Auch da: Du musst kein:e Word-Art oder Handlettering-Expert:in sein oder werden. Im Minimum kannst du dein normales Schriftbild mit Grossbuchstaben abwechseln. Fette und dünne Schrift unterscheiden (spitze oder breite Seite des Stifts) oder die Buchstaben konturieren. Darauf will ich hier gar nicht eingehen, da haben sich genug Leute darauf spezialisiert. Vor allem möchte ich sagen: WENIG! Für Worte sind andere Medien geeigneter. Hier sollen Bilder sprechen. Wenn Flipchart / Screen / Poster voller Text sind, dann nur nach Brainstorming oder step-by-step inhaltlicher Ausarbeitung. Wo die Fläche zuerst leer war, der Text erst im Prozess entsteht - und zum Abschluss von der Person mitgenommen wird als "Mitschrift".


2: Symbole & Figuren - jetzt geht es los!


Die eigentliche Visualisierungsarbeit beginnt ja hier. Welches Bild passt zu dem, was du sagen möchtest? Suchst du noch nach dem passenden Symbol zum Thema? Oder hast du bereits ein Bild im Kopf und weißt nicht, wie aufzeichnen? Nutze die Google Bildersuche! "Überblick Icon", "Erfolg Symbol", "Ziele zeichnen"... So findest du schnell passende Darstellungen für abstrakte Begriffe.


Generell findet man in der Bildersuche unter den Suchbegriffen "Flipchart zeichnen" zahllose Vorlagen zum "abmalen". Und YouTube Anleitungen gibt es natürlich auch en masse. Use it!


3: Container, Farben, Schatten


Egal ob Text oder Bild - schaffe Struktur auf der Oberfläche! Mit Containern / Boxen, Farben, Schatten. Meistens heißt das nicht "ausmalen", sondern "einfassen". Mit denselben Farben, was zusammen gehört. Hervorheben.


4: Medien-Mix


Last, but not least: Wechsle unterschiedliche Formate und Medien. Egal wie toll du visualisierst - wenn es immer dasselbe Medium ist, wird es trotzdem langweilig. Oder andersrum: Egal wie schlecht du visualisierst: Wenn du die Medien abwechselst hast du trotzdem den Aufmerksamkeit-halten-Effekt. Und wenn du methodisch sinnvoll visualisierst und dabei noch Medien kombinierst - Jackpot!


Flipchart, Pinnwand, Papier, Moderationskarten, Bodenanker digitaler Screen, Laptop... Der Mix macht's aus. In der Kombination wird es lebendig. Und schafft Bewerbung: Aufstehen zum Flip, niedersitzen zum Laptop oder mit einem Canvas am Tisch, Moderationskarten strukturieren, am Boden, auf Tischen, auf der Pinnwand strukturieren, im Raum aufstellen mit Bodenankern... So kommt Abwechslung in dein Setting - und Bewegung in den Kopf.


Alles in Allem: Es geht nicht um "schön zeichnen". Es geht um methodisch durchdachtes Erzeugen von Bildern im Kopf. Ankern eben. ⚓ Und du erzielst die radikale Wirkungserhöhung auch mit einem schlecht gezeichneten Anker. Tatsächlich allein schon mit der Frage: Welches Symbol wäre denn jetzt geeignet? Die mentale Auseinandersetzung und das Bild im Kopf kommen da schon hoch.



Und hier entlang zu den Resultaten des letzten Workshops 👉 www.newplacement.ch/post/unsere-jobcoaches-schaffen-klarheit-auf-dem-papier-und-im-kopf


Dankesehr, bitte mehr?


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